Fachbegriffe

Feuchtigkeitstransport

Fähigkeit eines Textils, Körperfeuchtigkeit von der Haut aufzunehmen und über das Textil an dessen Außenfläche zu leiten.

Der Körper produziert selbst im Ruhezustand 0,16 Liter Schweiß pro Stunde. Steigt die Anstrengung, steigt auch die Schweißproduktion. Diese kann bei sportlicher Betätigung pro Stunde weit über 1 Liter betragen. Bei Hochleistungssportlern noch wesentlich mehr.

Funktionstextilien sind in der Lage, den Körperschweiß entweder erst gar nicht entstehen zu lassen oder wenn doch, sehr rasch von der Haut weg an die Textiloberfläche zu transportieren.

Die an die Textiloberfläche geleitete Feuchtigkeit wird flächig verteilt und kann so schnell verdunsten.

Der Feuchtigkeitstransport und der damit verbundene Klimaeffekt tragen dazu bei, eine Überhitzung des Körpers zu vermeiden und sorgen für eine optimale Regulierung des Wärmehaushalts. Die Haut und die Innenseite des Textils fühlen sich auch bei schweißtreibendem Sport noch angenehm trocken an.

Der Körperschweiß in Form von Wasserdampfmolekülen kann nur von innen nach außen abgegeben werden, wenn Körper-und Umgebungstemperatur verschieden sind, d. h. ein Temperaturgefälle besteht: es muss in der Kleidung wärmer als außen sein.

Bleibt die Feuchtigkeit auf der Haut zurück, bzw. in Form von nasser Bekleidung am Körper, kann es schnell zum Windchill Effekt kommen, bei dem der Körper durch den Wind ausgekühlt.

Beim Hochleistungssport droht durch starkes Schwitzen Überhitzung, ebenso in Berufen, wo der Träger starker Wärmeentwicklung ausgesetzt ist - z.B. Feuerwehr.

Hersteller von Funktionsbekleidung wählen deshalb Stoffe nach ihrem Einsatzzweck aus. Dabei spielt der Feuchtigkeitstransport eine wesentliche Rolle. Kriterium für den Grad des Feuchtigkeitstransports ist die Atmungsaktivität. Sie wird in RET-Wert ausgedrückt.  

 
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