Fachbegriffe

Thermoregulierung

Der Mensch schwitzt, um sich abzukühlen und zittert vor Kälte, um dem Körper Wärme zuzuführen. Diese menschliche Thermoregulierung können Funktionstextilien unterstützen.

Ein Mensch muss – unabhängig von der Außentemperatur, dem Wind, seiner Aktivität und der Bekleidung – seine Körperkerntemperatur von 37 Grad weitgehend konstant halten, um gesundheitliche Probleme zu vermeiden. Vorraussetzung dafür ist ein weitgehend ausgeglichener Wärmehaushalt, d. h. ein Gleichgewicht zwischen produzierter und abgegebener Wärme des menschlichen Körpers. Der Mensch gibt zu 90% seine Wärme über die Haut, sowohl trocken als auch durch Verdampfung, und zu 10% über die Atmung ab. Eine rund 1 mm dünne Luftschicht über der Haut, deren „Mikroklima“ durch die Temperatur und relative Feuchte charakterisiert ist, wirkt als Isolator für den Menschen.

Werden mit Hilfe der Bekleidung die natürliche Temperaturregelung des Körpers unterstützt und Temperaturschwankungen kompensiert, fühlt sich der Träger – egal ob als Leistungssportler oder als Polarforscher – in seiner Kleidung wohl. Dafür muss das Wechselspiel zwischen Mensch und Bekleidung optimal funktionieren. Schweiß muss sofort von der Haut weg verdampfen können bzw. nach außen transportiert werden, so dass die Haut sich immer trocken anfühlt.

Das Wärme- und Feuchte-Transportvermögen (die sog. Atmungsaktivität) sowie die Pufferwirkung des Textils bei großen Schweißmengen sind daher wesentliche Parameter. Andererseits ist gerade bei niedrigen Temperaturen eine Wärmeisolation erforderlich. Der menschliche Körper darf nicht auskühlen, sondern die Kleidung muss dazu beitragen, dass Wärme- und Feuchtehaushalt des Körpers ausgeglichen sind und ein „Mikroklima“ beibehalten wird, dass für den Träger angenehm ist. Tragekomfort ist hier der Schlüsselbegriff und ein Qualitätsmerkmal, das sich objektiv messen lässt.


Beispiele für intelligente Thermoregulierung

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ADVANSA Thermo°CoolTM  ist ein neues, im Januar 2008 vorgestelltes Garn mit Fasermix, der es ermöglicht Kleidung herzustellen, die auf intelligente Weise den jeweiligen Anforderungen der Nutzer entsprechen und je nach Bedarf, Kühlung durch Verdunstung oder eine Wärmepuffer-Funktion gewährt. Diese natürliche Thermoregulierung kann sich wie der Salamander Kälte und Hitze anpassen. Die Wechselbeziehung der Mischfasern in dem Garn sorgt für eine gegensätzliche Funktionalität: Wenn der Träger erhitzt ist und schwitzt, gewährt der Stoff Kühlung durch Verdunstung und hält ihn kühl und behaglich. Wenn der Träger abkühlt und fröstelt, reduziert der Stoff die Auskühlung durch äußere Klimaeinflüsse, hält ihn warm und reguliert so die Körpertemperatur. Die Fähigkeit, ,zu viel Hitze oder zu viel Kälte zu neutralisieren, kennzeichnet die Thermopuffer-Leistungseigenschaften von ADVANSA Thermo°CoolTM.

schoeller_textiles_c-change.jpgSCHOELLER c_changeTM- ist eine Membran-technologie, die auf wechselnde Temperaturen und Aktivitäten adaptiv reagiert und hat somit eine  neue Generation von Smart Clothes ermöglicht. Die Struktur der Membran ist bei geringer Feuchtigkeitsentwicklung, also bei Kälte oder in Ruhephasen beim Sport geschlossen. Frösterln und Auskühlen wird verhindert. Bei Wärme und erst recht bei Hitze, also dann wenn die Feuchtigkeitsentwicklung auf der Haut des Menschen sich erhöht, ist die Polymerstruktur geöffnet und extrem duurchlässig für Wasserdampf - ist also höchst atmungsaktiv. Überschüssige Wärme und Feuchte können nach außen entweichen. Dabei bleibt das Material dauerhaft wasserdicht. Abgeschaut wurde diese Funktionsweise dem Tannenzapfen verhält - er öffnet sich bei Wärme und schließt sich bei Kälte. Gewebe gibt es für  Outdoor-, Freizeit- und Sportbekleidung sowie für Berufsbekleidung.  

OUTLAST hat sich mit der PCM (Phase-Change-Material)-Technologie einen Namen gemacht. Ursprünglich wurde die Outlast®-Technologie in den 90er Jahren für die NASA entwickelt, um Astronauten vor den Schwankungen zwischen extremer Kälte und Hitze zu schützen, denen sie im Weltall ausgesetzt sind. Bei den PCM´s handelt es sich um Mikrokapseln, den so genannten Outlast® Thermocules® mit einer stabilen Hülle, von denen etwa 3 Millionen auf einen cm² konzentriert sind. In den Kapseln sind paraffinähnliche Substanzen eingelagert, die in der Lage sind, ihren Aggregatzustand zu verändern. Sie schaffen ein gleich bleibendes Mikroklima in dem sie überschüssige Wärme aufnehmen und diese bei Bedarf wieder an den Körper abgeben können. 


Von Hand einstellbare Thermoregulierung

GORE verfügt seit 2003 mit AIRVANTAGE™ über ein System zur individuell einstellbaren Thermoregulierung. Zwischen zwei luftdichten und dampfdurchlässigen Airvantage™ Laminaten befindet sich ein spezielles Kammer-System, das die Wärmeisolation der Luft nutzt. Durch einfaches Aufblasen der Kammern bzw. das Ablassen der Luft, kann eine individuelle Wohlfühltemperatur eingestellt werden. 


 
 
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AdvansaThermocool
 
 
   
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