Merino

Feinfaserige Wolle, die vom Merinoschaf stammt und zu Outdoormode verarbeitet wird. 

Naturfasern haben die Welt der Funktionstextilien noch vielseitiger gemacht. Die erste Outdoorbekleidung aus Merinowolle kam 1999 nach Deutschland in den Handel. Seither sind nicht nur die Kollektionen vielseitiger geworden, sondern auch die Feinheit der verarbeiteten Garne.

icebreaker_-_merinoschaf.jpgDas Merinoschaf stammt vom Mufflon ab und kommt ursprünglich aus Spanien. Vor 200 Jahren wurde es nach Australien exportiert, das heute neben Neuseeland weltweit führender Lieferant von feinfaseriger Wolle ist.


Die Feinheit der Wolle wird in Mikron (µm) gemessen. Herkömmliche Schafwolle misst zwischen 30 bis 50 Mikron. Merinowolle hat eine Feinheit von 13-25 Mikron. Zum Vergleich: ein menschliches Haar misst im 50 -100 Mikron.


Wolle kratzt, so lautet das allgemeine Vorurteil. Kratzig empfunden wird die Wolle, weil die Fasern die Nervenzellen der Haut reizen. Wenn die Wollfasern jedoch sehr dünn und lang sind, krümmen sie sich beim Kontakt mit der Haut und man empfindet einen angenehmen Tragekomfort. Laut zahlreichen Untersuchungen liegt die physiologische Kratzgrenze des Menschen bei ca. 28 Mikron. Wäsche mit 17 -20 Mikron wird deshalb als sehr angenehm empfunden.


Besonderes Kennzeichen der Merinowolle sind ihre mehrmals gekräuselten Fasern. Durch diese Konstruktion entstehen viele kleine Luftpolster, die für eine gute Isolierung sorgen also sowohl Kälte als auch Hitze abhalten. Es kommt zu einer natürlichen Thermoregulierung, die noch unterstützt wird durch eine sehr gute Atmungsaktivität der Wolle. Merino-Schafe können Temperaturschwankungen von über 40°C aushalten. Kleidet man sich in Merinowolle, dann bleibt deshalb beim Menschen die Körpertemperatur auch beim Wechsel von körperlicher Anstrengung und Ruhephasen ziemlich konstant. Man schwitzt dadurch weniger bzw. kommt nicht so leicht ins Frieren. Wird die Wolle feucht, erhöht sich sogar die Wärmewirkung. Wolle kann bis zu 30 % ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne dass sie sich nass anfühlt und dadurch der Tragekomfort beeinträchtigt wird. Merinowolle nimmt die dampfförmige Feuchtigkeit direkt von der Haut weg und leitet sie durch die Faser nach außen.


Einer der größten Vorteile der Wolle ist Ihre Geruchsneutralität, auch nach starkem Schwitzen und mehrmaligem Tragen. Grund für diese natürliche, antibakterielle Wirkung sind Eiweißmoleküle in der Wollfaser. Die Schweiß-Bakterien neutralisieren.


Merinowolle besitzt noch einige weitere positive Eigenschaften. Ihre Fasern sind hitzebeständig, antistatisch und bieten hohen Schutz gegen UVStrahlung (UPF 25 bis 50+). Als nachwachsender Rohstoff ist Wolle auch sehr umweltverträglich und zu 100 % biologisch abbaubar. Funktionstextilien aus Merinowolle sind mit einer Easy-Care Ausrüstung ausgestattet. Man kann sie bis 40 Grad in der Maschine waschen.

Markenhersteller: Icebreaker, Ortovox, Smartwool und Ulvang.

 
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